Der Filz und seine Funktionen

Wenn man heutzutage das Wort Filz hört, denken die meisten Menschen mit Sicherheit nicht zuerst ans Basteln, sondern an den politischen Filz. Der arme Filz hat über Jahrzehnte hinweg eine recht negative Konnotation abbekommen. Und das hat nun wirklich kein Material verdient, vor allem solch ein nützliches. Im Folgenden soll ein bisschen auf den Filz und seine Eigenheiten eingegangen werden.

Man weiß nicht genau, wie lange die Menschen schon in der Lage sind Filz herzustellen. Fakt ist, dass man bei archäologischen Ausgrabungen verfilzte Materialien aus Tierhaaren gefunden hat, die sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen lassen. Auch Funde im asiatischen zeigen, dass man schon sehr lange dazu in der Lage war, Filz herzustellen. Man geht davon aus, dass dieses Wissen seit mindestens 8000 v. Chr. vorhanden ist.

Heute wird Filz in vielen Bereichen aufgrund seiner typischen Eigenschaften geschätzt, das Material ist nämlich temperaturbeständig, nicht brennbar (materialabhängig), schalldämmend, kältehemmend, wärmend und feuchtigkeitsabweisend. So wird es nicht nur klassisch zu Kleidung verarbeitet, sondern wird auch in Autos als Naturkunststoff eingesetzt, allerdings leider noch nicht kostengünstig.

Doch auch als Dichtungen werden verfilzte Stoffe gerne eingesetzt, ebenso beim Bau von Klavieren oder auch bei der Papierherstellung. Und damit ist nur die Spitze des Eisbergs erreicht, allein die Zahl an Wohnaccessoires ist endlos, dem Filz fallen auch belanglose Aufgaben in Form von Stuhl- und Tischbeingleitern zu und sogar in die zeitgenössische Kunst hat der nicht gewebte Stoff Einzug gefunden. Und auch als Stoff zum Basteln erfreut er sich immer noch großer Beliebtheit. Vielleicht lässt er den politischen Filz doch noch hinter sich.



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