Filz, das vielseitige Material

Auch aus Filz: Der Tennisball

 

Filzwird nun schon seit vermutlich ca. 10 000 Jahren von der Menschheit hergestellt, indem man Fasern mit Wolle verbindet und entweder durch Feuchtigkeit und Druck oder durch Nadeln mit Widerhaken, die Materialien verfilzt. Damals werden die Menschen den Filz vermutlich exklusiv für Kleidung verwendet haben. Und heute? Am Ende der Evolutionskette steht dann der Billardtisch mit Filzbezug.

Aber neben der Funktion als Spieloberfläche hat der Filz noch weitere Verwendungsmöglichkeiten, zum einen wären da die klassischen Bereich der Kleidung. Der Filzhut dürfte den meisten noch von den Großeltern bekannt sein und der deutsche Künstler Joseph Beuys war ein regelrechter Fanatiker des Filzes. So wurde er selber praktisch nie ohne aus Filz bestehende Kopfbedeckung gesehen und auch seine Kunstwerke atmeten sein Lieblingsmaterial.

Da das Basteln mit Filz recht einfach ist, musste sich Beuys vor seinem Tod noch gegen Plagiate seiner Kunstwerke zur Wehr setzen. Denn nachdem seine Erkrankung bekannt wurde, versuchten viele Fälscher im Fahrwasser selbst erstelltes als echte Beuys Kunstwerke auszugeben. Denn nach Beuys’ Tod stiegen die Stücke im Preis stark an. Heute ist der Filz aber immer noch fester Bestandteil der Kunst, wie auch die Werke von Robert Morris.

Und auch als Dämmmaterial ist der Filz ein gern gesehenes Material. So gibt es inzwischen Dämmtrennwände, welche nicht nur eine exzellente Schalldämmung von bis zu 60 dB liefert, sondern auch noch eine so große Hitzebeständigkeit aufweisen, dass Sie einen Schmelzpunkt von über 1000° Celsius haben und so locker die Hürden der Brandschutzbestimmungen nehmen.

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de